Projekt MTB Dirtpark - Presseartikel

Die gelben Filzbälle weichen Fahrrädern: Der SSV Aalen freut sich auf das Projekt. Wann Mountainbiker auf der neuen Anlage ihre ersten Sprünge wagen können.

Jahrzehntelang prägten Tennisschläger das Bild auf dem Vereinsgelände des SSV Aalen. Generationen von Spielern trafen sich hier, um dem weißen Sport nachzugehen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Wo früher die gelbe Filzkugel flog, soll bald Staub aufwirbeln, Adrenalin soll spürbar werden und Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene sollen gemeinsam auf zwei Rädern ihre Leidenschaft entdecken. Der SSV Aalen baut einen modernen Dirtpark und verwandelt damit Geschichte in Zukunft.

Rund 200.000 Euro kostet das Projekt. 80.000 Euro steuert die Stadt Aalen bei. Den Rest will die Mountainbike-Abteilung des Vereins mit eigenen Mitteln, durch Aktionen und vor allem mithilfe von Sponsoren aus der Region aufbringen. „Wir suchen starke Unterstützer – ob finanziell oder durch Materialspenden. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, der Bewegung, Sport und Gemeinschaft fördert“, sagt Alexander Fritz, Leiter der Abteilung Mountainbike (MTB) beim SSV Aalen.

Die Idee, die ungenutzten Tennisplätze in einen Dirtpark zu verwandeln, gehe maßgeblich auf die Kinder und Jugendlichen im Verein zurück. Mit Herzblut treibe Fritz das Projekt voran – ehrenamtlich, neben Beruf und Privatleben. Sein Ziel: Ein Platz, auf dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen können, ihr Rad sicher zu beherrschen, Sprünge zu wagen und gemeinsam Spaß am Sport zu erleben. „Wir wollen einen Treffpunkt schaffen, an dem die nächste Generation Sport, Technik und Teamgeist verbinden kann – mitten in Aalen“, sagt Fritz.

An seiner Seite in der Abteilung stehen Markus Riedel als Stellvertreter und David Vogelgsang für die Finanzen. Gemeinsam mit der Firma „pumptrack.de“ soll der Dirtpark professionell realisiert werden. Für den technischen Feinschliff sorge Linus Ott, erfahrener MTB-Profi und Sparringspartner des Teams. Auf dem rund 1300 Quadratmeter großen Areal sollen mehrere Linien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entstehen. So könnten Anfänger gefahrlos starten und Fortgeschrittene ihr Können ausbauen.

Unter der Regie von Fritz werden die aus den 60er-Jahren stammenden, inzwischen stillgelegten Tennisplätze zu neuem Leben erweckt. Der Umbau stehe dabei nicht nur für sportliche, sondern auch für ökologische Nachhaltigkeit. „Wir wollen bestehende Flächen sinnvoll nutzen, statt neue Flächen zu versiegeln“, betont Fritz. Das passe zum Wandel, den der gesamte Verein durchlebe.

Von Anfang an in die Planungen einbezogen worden sei auch die Tennisabteilung des SSV. Nach offenen Gesprächen sei schnell klar gewesen: „Eine Ära endet, eine neue beginnt.“ Die Tennisabteilung konzentriere sich künftig auf ihr Spiel im Indoor-Bereich während die junge MTB-Abteilung auf deren Outdoor-Areal Raum für Wachstum, Bewegung und frischen Vereinsgeist schaffe. „Das ist gelebter Generationenwechsel – mit gegenseitigem Respekt und Blick in die Zukunft“, so Fritz.

Der geplante Dirtpark auf dem Gelände des SSV Aalen soll aus drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestehen. Von sanften Einsteiger-Sprüngen über sogenannte „Tables“ bis hin zu anspruchsvollen „Trick-Lines“ soll für jedes Können etwas geboten werden. Besonders stolz sind die Verantwortlichen darauf, dass alle Elemente so gestaltet würden, dass sie sicher befahren werden könnten. „So können junge Fahrer ihre Grenzen testen – aber unter professioneller Anleitung und sicheren Bedingungen“, erklärt Riedel.

Bevor sich Jugendliche ohne Aufsicht an gefährliche Sprünge auf Parkbänken oder Mauern versuchen, sei es sinnvoller, dies in einem sicheren Umfeld zu ermöglichen. Genau das biete der neue Dirtpark. „Wir wollen den Mut fördern, aber auch Verantwortung vermitteln. Unsere Trainer begleiten die Kids Schritt für Schritt“, sagt Fritz. Für viele Familien aus der Region werde die Anlage damit zu einem Ort der Begegnung.

Den Großteil der Kosten in Höhe von 200.000 Euro muss die MTB-Abteilung eigenständig aufbringen. Dank Rücklagen und des großen Engagements der Mitglieder sei bereits ein Teil gesichert. Geld sei durch zahlreiche Vereinsaktionen erwirtschaftet worden – vom Einsatz bei den Reichsstädter Tagen über den Mountainbike-Weltcup in der Innenstadt bis hin zum „Pink-Bowl“ in der Centus-Arena.

Zudem hätten zwei namhafte Aalener Firmen ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Doch das reiche noch nicht aus. „Wir sind weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, die sich finanziell oder mit Material beteiligen möchten. Jede Unterstützung hilft – ob bei der Abtragung des Belags der alten Tennisplätze  und dessen Entsorgung oder beim Bau des neuen Dirtparks“, betont Vogelgsang.

Der SSV Aalen feiert im Jahr 2026 sein 125-jähriges Bestehen – „und mit dem Dirtpark soll ein Symbol für Aufbruch und Erneuerung geschaffen werden“, sagt Fritz. Der Verein befinde sich seit Jahren in einem Wandel, öffne sich für neue Sportarten und gewinne junge Mitglieder.

Der Baubeginn für den Dirtpark ist im Frühjahr 2026 geplant, die Eröffnung soll im Sommer des Jubiläumsjahres sein. Dann sollen Kinder auf der Anlage ihre ersten Sprünge wagen, Familien am Rand mitfiebern und Vereinsmitglieder stolz darauf blicken können, was gemeinsam entstanden ist: „Ein Ort, der Bewegung, Begeisterung und Gemeinschaft verbindet, und an dem aus einem alten Tennisplatz ein Stück Zukunft geworden ist“.

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